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Anleitung für das Impfen von Hölzern mit Körnerbrut

Die Schnittimpfmethode und Bohrlochmethode ist etwas umständlicher als die Dübelmethode. Statt den Dübel werden mit Mycel durchwachsene Getreidekörner, Körnerbrut genannt, in das Holz eingefüllt.

 

Vorteile der Verwendung von Körnerbrut:

  • Die Stämme sind schneller vom Mycel durchwachsen und fruchten daher meistens etwas schneller als die mit Impfdübeln geimpften Hölzer. Gerade wenn Sie Hölzer mit starkem Durchmesser haben, so kann die Verwendung von Körnerbrut günstiger sein. Beispiel Shiitake: Eigentlich soll ja Knüppelholz mit einem Durchmesser von 10 bis 15 cm verwendet werden. Stehen jedoch nur Hölzer mit einem stärkeren Durchmesser zur Verfügung, so sollte besser Körnerbrut verwendet werden.

Nachteile im Vergleich zu den Impfdübeln:

  • Etwas umständlicher zu verarbeiten, man benötigt eine Kettensäge.
  • Die Brut ist empfindlicher als Dübel und sollte nicht allzu lange bei Ihnen gelagert werden.
  • Die Brut (Getreide !) in den geimpften Stämmen kann gegen Fraßschäden durch Mäuse anfällig sein.

Anleitung für die Schnittimpfung und Bohrlochmethode

Schnittimpfung
Schnittimpfung mit ein paar Bohrlöchern

a) Impfung von stubbenartigen Hölzern (20 cm Durchmesser, Höhe 35 - 40 cm)

Mit einem Liter Brut können ca. 6-7 Stämme in dem Format geimpft werden. Viele Pilzarten wie z. B. Austernpilz können gut auf solchen Holzformaten geimpft werden (nur der Shiitake braucht knüppelartige Hölzer, s.u.). Wenn also Stämme mit Durchmesser ca. 20 cm und Höhe etwa 35 cm verwendet werden, so genügt ein Schnitt auf ca. 15 cm Höhe. Der Schnitt mit Kettensäge wird halb bis max. 2/3 durch den Stammquerschnitt gesägt. Dann wird die Brut in diesem Schnitt hineingestopft. Dafür ist ein flaches Holz, z.B. ein Malerholz oder ein Zollstockende gut geeignet.

Der Schnitt wird danach mit breitem Paketklebeband zugeklebt und das Band ggf. noch mit Heftzwecken befestigt. Transparentes Klebeband ist gut geeignet, dann kann man sehen, ob die Brut gut in den Stamm einwächst. Damit auch der obere Teil des Holzes schnell besiedelt wird (und wenn Brut übrig ist), ist es günstig, noch mehrere starke Löcher zu bohren (mind. 14 mm Durchmesser), in die Pilzbrut hineingeschüttet wird. Diese Löcher können mit Kerzenwachs, Korken oderRundholzscheiben verschlossen werden. Bohren Sie langsam (durch den Bohrer überhitztes Holz ist ungünstig, denn es kann sich im Bohrloch eine Schicht bilden, durch die das Mycel schlecht durchwachsen kann!).

 

Schnittimpfung
Schnittimpfung von Knüppelholz

b) Impfung von Shiitake-Knüppelhölzern
Für den Shii-Take werden am besten sog. Knüppelhölzer mit einer Länge von 100 bis 120 cm und einem Durchmesser von 10 bis 15 cm verwendet. Mit einem Liter Körnerbrut können Sie ca. 6 Shiitake- Knüppelhölzer dieses Formats impfen.

Bei diesen langen Hölzern macht man besser zwei gegenüberliegende Schnitte, jeweils einen am oberen und einen am unteren Stammende.
Allerdings gibt es hier folgende Nachteile: Dünne Hölzer werden durch die Schnitte instabiler, d.h. schneller morsch und können abbrechen. Im Gegensatz zu Dübeln kann die Körnerbrut aus den Schnitten herausfallen, da die Shiitake-Hölzer nicht eingegraben werden. Diese Löcher können dann langfristig Schlupflöcher für Kellerasseln oder Schnecken bieten, welche die Fruchtkörper anfressen.

 

Fazit / Alternative

Bei Knüppelhölzern für den Shiitake ist also bei der Verwendung von Körnerbrut die Bohrlochmethode (mind. 14mm-Bohrer) eine gute Alternative zur Schnittimpfung. Forstnerbohrer für die Bohrlochmethode sollten nur in bester Qualität verwendet werden. Nehmen Sie lieber einen dicken Holzbohrer ab 14 mm oder dicker. Die Brut wird in die Löcher eingefüllt. Die Löcher müssen dann mit einer Rundholzscheibe (gleicher Durchmesser wie der Bohrer) oder einem Korkenverschlossen werden. Aufstellen der Stämme nach der Durchwachsphase:

 

Stubbenartige Hölzer:

Nach der Durchwachsphase in der Miete (vgl. Hinweise in Anleitung für Impfdübel) werden die Stämme an einem feuchten, schattigen Platz mit nährstoffreichem Boden im Garten eingegraben. Das Paketband kann nun entfernt werden. Das „kurze Ende“ zum Schnitt wird in den Boden gesenkt, so dass der Schnitt komplett vom Erdreich bedeckt ist. Dann können keine Schnecken oder Asseln hineinkriechen. Anschließend können Sie die Fläche um die Hölzer mit Schreddergut mulchen, dann bleiben bodennah wachsende Pilze sauberer. Sinnvoll ist bei dicken Stubben auch, 1-3 Löcher (mind. 14 mm dick) in die Stirnseiten zu bohren, in die Regenwasser oder Gießwasser einsickern kann.

 

Shiitake-Hölzer:

Die Shiitake-Knüppel werden nicht eingegraben, sondern nur aufgestellt, z.B. gegen einen Zaun oder starke Latten.

 

Anleitung als pdf-download (17 kB).

© Nicola Krämer, Pilzbrut und Anbauberatung seit 1999