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Häufig gestellte Fragen zum Pilzanbau

Folgende Zusammenstellung gibt Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema Pilzanbau. Diese Seite wird immer wieder ergänzt. Falls Sie hier keine entsprechende Antwort auf Ihre Frage finden, können Sie auch gern eine eMail schreiben.

  1. Impfdübel oder Körnerbrut: Was ist besser?
  2. Wie lange sind Dübel bzw. Pilzbrut haltbar?
  3. Wann ist die beste Jahreszeit zum Impfen der Hölzer?
  4. Ist es möglich, Pilze auf einem Balkon anzubauen?
  5. Soll man eingegrabene Stämme im Winter vor Frost schützen?
  6. Wie lange dauert es vom Impfen der Hölzer bis zur ersten Ernte?
  7. Wann sollen die Stämme aus der Miete geholt werden?
  8. Was ist das beste Holz für Shiitake-Anbau?
  9. Welche Pilze kann man auf Stroh anbauen?
  10. Ist das Versiegeln mit Latex sehr wichtig und wo bekommt man es?
  11. Welche Pilzarten wachsen unkompliziert und zeigen schnell die ersten Fruchtkörper?

1. Impfdübel oder Körnerbrut: Was ist besser?

Die Dübel (Impfstäbchen) haben eigentlich “historisch” die Körnerbrut abgelöst, trotzdem ist diese weiterhin verfügbar. Dübel sind einfacher zu verarbeiten als Körnerbrut und dazu üblicherweise in kleineren Mengen erhältlich (ab 50 Stück pro Sorte).

Körnerbrut verschiedener Pilzarten ist bei uns auch ab 1 liter lieferbar. Die Lieferzeiten können aber manchmal etwas länger sein als bei den Dübeln, dafür kommt die Brut dann aber auch sehr frisch bei Ihnen an.

Es gibt für Körnerbrut die Schnittimpfmethode und auch die Bohrlochmethode: Das Einfüllen der Körnerbrut ist mit Schnittimpfmethode umständlicher: Schnitt mit Kettensäge halb durch den Stammquerschnitt, Die Brut wird hineingestopft und mit (transparentem) Paketklebeband zugeklebt.
Man kann aber auch dicke Bohrer nehmen (10 oder 20 mm) und tiefe Löcher bohren und die Brut da rein drücken, die Löcher sind dann zu verschliessen (mit Korken oder Wachs) (sog. Bohrlochmethode). Nachteil Schnittimpfmethode: Stämme, insbes. Knüppelhölzer für Shiitake werden dadurch etwas instabiler, brechen also früher durch. Außerdem können sich Schnecken oder Kellerasseln leicht in den Schlitzen verstecken, weil irgendwann die Körnerbrut da raus bröselt (wenn die Folie mürbe wird). Das passiert bei gebohrten Löchern nicht so schnell, wenn diese gut mit Wachs der Korken verschlossen sind. Schnittimpfmethde würde ich für Shiitake also nicht so sehr empfehlen, Bohrlochmethode schon. Ein Forstnerbohrer ist bei frischem Holz nicht so gut geeignet. Nehmen Sie lieber einen dicken Holzbohrer .
Bei großen Holzmengen ist Körnerbrut preiswerter als Dübel. Sie ist aber immer rasch zu verbrauchen.
Hier gibt’s noch Tipps für die Schnittimpfung (pdf-Datei, 17 kb)
Im Download-Bereich gibt es noch einen ausführlichen Artikel zum Thema “Impfung” mit Brut.

2. Wie lange sind die Dübel haltbar? Wie sind sie zu lagern?

Dübel und Pilzbrut überhaupt sollte möglichst frisch bestellt werden, da es ja ein lebendiges Produkt ist und die Vitalität mit dem Alter abnehmen kann (wer kennt das nicht?). Die Brut ist steril verpackt und soll erst zum Verarbeiten geöffnet werden. Die Dübel sind mehrere Wochen im Kühlschrank haltbar, u. U. sogar Monate, dies richtet sich nach der Stärke des Mycelwachstums. Lackporling wächst extrem langsam, Shiitake und Austernpilz schneller. Die Kühlung verlangsamt das Mycelwachstum. Die Dübel werden nach Wochen oder Monaten der Lagerung nicht unbedingt schlecht, es kann eher passieren, daß das Holz zersetzt wird und die Dübel somit weich werden. Sie sind dann nicht mehr so gut zu verarbeiten. Also: möglichst nicht mehr als drei bis 4 Wochen im Kühlschrank lagern.
Körnerbrut sollte immer so bestellt werden, dass Sie rechtzeitig zum Impfen zur Verfügung steht. Bitte immer 3-4 Wochen Lieferzeit einrechnen, in der Hauptsaison kann es auf Anfrage auch mal schneller gehen.

 

3. Wann ist die beste Jahreszeit zum Impfen der Hölzer?

Frühjahr bis Frühsommer ist eigentlich die beste Zeit. Dann steht frisch geschlagenes Holz aus dem Wald zur Verfügung und die Stämme können bereits im Garten in eine Miete ausgebracht werden (keine starken Fröste mehr). Das Holz aus dem Einschlag im Spätwinter bzw. kurz vor dem Blattaustrieb soll den höchsten Zuckergehalt haben, was für das Pilzwachstum am günstigsten ist.
Wenn Sie im Spätherbst geschlagenes Holz bekommen und demnach im Winter impfen wollen, so können Sie die Stämme übergangsweise in einem frostfreien Raum lagern, gut in Folie einschlagen damit die Hölzer nicht austrocknen, aber trotzdem die Folien mit Löchern versehen und /oder gelegentlich lüften, weil viel “Schwitzwasser” entsteht.


4. Ist es möglich, Pilze auf einem Balkon anzubauen?

Dabei ist zu beachten: Pilze brauchen immer Schatten und dazu am besten nicht zuviel Luftzug, um hohe Verdunstung zu vermeiden. Ein Süd- oder Westbalkon ist also nicht geeignet!

Da Shiitake-Hölzer ohne Erdkontakt aufgestellt werden, würde ich diese Kultur/Hölzer nicht für den Balkon empfehlen. Sie werden Mühe haben, diese feucht genug zu halten.

Es würden sich Austernpilz oder noch besser Ulmen-Seitling anbieten. Diese können in einen großen Topf (unten mit Wasserabzug!) "gepflanzt" werden, der Topf sollte natürlich schattig stehen. d.h. die Hölzer werden geimpft, wachsen in einem Foliensack etwa 3-4 Monate durch (wie üblich, steht in der bei Bestellung mitgelieferten Anleitung) und statt diese dann in den Gartenboden einzugraben, werden diese in einen Topf gesetzt, der um den Stamm mit nahrhaftem Substrat gefüllt wird. Hier bietet sich dann an, diesen z. B. mit Kompost-Strohgemisch oder Kompost-Sägemehl zu füllen (auch grobes Einstreu-Sägemehl für Kleintiere). Das ganze wird dann feucht (aber nicht nass) gehalten. u.U. ist ein Verdunstungsschutz (Plastiktüte) insbes. in der Einwachsphase günstig.


5. Soll man eingegrabene Stämme im Winter vor Frost schützen? Bzw.
Sollte die freie Stirnseite der eingegrabenen Stämme im Winter abgedeckt werden?

Die Stämme brauchen nicht abgedeckt werden. In wärmeren Phasen im Winter können auch Fruchtkörper (z.B. vom Austernpilz) wachsen. Alle angebotenen Pilzarten wachsen in unserem Klima und vertragen Frost, wenn das Mycel in den Stamm eingewachsen ist. Einzig der Rosa Seitling (Flamingo) ist etwas wärmebedürftiger, d. h. die Stämme sollen im Winter abgedeckt werden oder die Sorte kann im Gewächshaus angebaut werden.

 

6. Wie lange dauert es vom Impfen der Hölzer bis zur ersten Ernte?

Das hängt sowohl von der Pilzart und auch der Holzart ab.
Shiitake braucht mindestens 15 Monate bis zur ersten Ernte, es kann aber auch bis zu zwei Jahre dauern, und zwar eher bei Eiche (Hartholz) mit dickerem Durchmesser. Falls sich vorher keine Fruchtkörper bilden, geben Sie also nicht auf.

Schneller geht es bei Austernpilz oder Ulmenseitling. Wenn im Spätwinter (d.h. zunächst Lagerung der Stämme im frostfreien Raum, z.B. Keller) oder im zeitigen Frühjahr geimpft wird, kann es gut sein, dass im Herbst schon eine erste Ernte möglich ist.

 

7. Wann sollen die Stämme aus der Miete geholt werden?

Für alle Pilzarten gilt erstmal: Sie werden aus der Miete genommen, bis an den Stirnseiten das Mycel gut zu sehen ist, was bedeutet, dass der ganze Stamm davon durchwachsen ist. Das kann z. B. beim Austernpilz innerhalb von 4 - 5 Monaten geschehen (abhängig von Temperatur und Holzart. Weichholz, z.B. Pappel, geht schnell). Mit dem Eingraben der Stämme sollte man nun nicht allzu lange warten, denn das Eingraben verhindert das Austrocknen der Stämme. Das Mycel ist nun so vital und dicht unter der Oberfläche des Holzes, dass es nun von dort rasch auch in den Boden einwachsen wird. Ein Austrocknen durch zu lange Lagerung in der Miete würde es jetzt nur schwächen.

Der Shiitake kann auch länger als das Durchwachsen in der Miete bleiben (muss er aber nicht). Er durchwächst das Holz nicht so rasch wie der Austernpilz und braucht auch länger, bis er die ersten Fruchtkörper bildet. D.h. er hat eine recht lange Phase, in der das Holz durchwachsen ist, aber noch Nährstoffe für die ersten Fruchtkörper gespeichert werden müssen.

Aufgestellte Shiitake-Hölzer: In heißen Sommern kann es schon mal passieren, dass die Stämme Trockenrisse bekommen. Ein warmer Sommerregen oder gelegentliches, aber starkes Gießen sorgt aber immer wieder für Ausgleich, Feuchtigkeitsschwankungen vertragen die Hölzer.

Shiitake-Hölzer in der Miete: Wichtig ist, dass die durchwachsenen Hölzer nicht austrocknen, aber dennoch ausreichend Frischluft bekommen, d.h. die Miete gelegentlich Lüften und kontrollieren, dass die Stämme in der Miete nicht austrocknen! In einer Miete kann der Feuchtegehalt evtl. immer weiter sinken und vielleicht ein Minimum unterschreiten. Deswegen lassen Sie die Hölzer nur in der Miete, wenn Sie sie dort nicht vergessen!


8. Was ist das beste Holz für Shiitake-Anbau?

Eichenholz mit einem Durchmesser von ca. 10 cm ist eigentlich am besten, Sie können aber auch Hölzer mit einem Durchmesser bis etwa 15 cm verwenden. Buche (Rotbuche) und Birke können auch verwendet werden, aber bei Buche kann es manchmal zum Abblättern der Rinde kommen und das ist ungünstig. Birke wird schneller morsch weil es recht weiches Holz ist.
Holzlänge: Knüppelholz mit Durchmesser von 10 cm können bis zu 1,20 m lang sein. Hier gilt: Erlaubt ist, was noch bequem getragen werden kann. Dickere Durchmesser können auch kürzer sein, aber unter ca. 50 cm Länge würde ich keine Stücke nehmen. Je dicker das Holz ist, desto länger dauert die Durchwachsphase. Bei dickem Eichenholz kann es sein, dass das Mycel gar nicht richtig ins Kernholz einwächst.
Für alle Shiitake-Hölzer gilt: die Rinde muss heil sein. Beim Austernpilz sind Rindenschäden nicht so ausschlaggebend.


9. Welche Pilze kann man auf Stroh anbauen?

Shii-Take gelingt nicht auf Stroh, aber der Austernpilz ist dafür geeignet. Hierfür nimmt man aber besser Körnerbrut, die Dübel verschwinden ja quasi im Stroh und es würde zu lange dauern, bis der ganze Strohballen von den Dübeln aus besiedelt ist. Auch Braunkappen werden auf Stroh angebaut. Eine Anleitung finden Sie hier als download (pdf-Datei, 52 kB).

10. Ist das Versiegeln mit Latex sehr wichtig und wo bekommt man es?

Die Schnittstellen (Stirnseiten) der Hölzer können mit Latexmilch oder Latexbindemittel eingestrichen und somit versiegelt werden, müssen es aber nicht. Wenn nur kleine Mengen Stämme geimpft werden, so geht es auch ohne. Das Versiegeln bewirkt einen Schutz vor dem Austrocknen und Fremdpilzbefall.
Latexmilch erhält man in kleinen Mengen in Bastel- oder Hobbyläden, wa es um Modellbau geht (oder auch beim Künstlerbedarf), z.B. in Gebinden mit 0,2 l. Damit kommt man recht weit. Größere Gebinde von Latexbindemittel bekommt man z.T. im Baumarkt, aber eher so ab 5 litern. (in Ostdeutschland ist dies übrigens bekannter als in Westdeutschland).
Im Gegensatz zur Versiegelung der Stirnseiten ist es aber wichtig, die Dübellöcher zu verschließen, z.B. mit Kerzen- oder Bienenwachs (man kann auch Lehm nehmen). Bitte keinen Baumwachs verwenden! Der enthält Fungizide.


11. Welche Pilzarten wachsen unkompliziert und zeigen schnell die ersten Fruchtkörper?

Der Austernpilz wächst sehr schnell in das Holz ein und brauchen nicht so lange zur Fruchtkörperbildung wie der Shii-Take. Wenn man im Frühjahr impft, kann es sein, dass schon im Herbst oder dann zum nächsten Frühjahr die ersten Pilze am Austernpilzholz erscheinen. Der Shii-Take wächst auch schnell ins Holz ein, er braucht aber noch eine Ruhephase, in der er Nährstoffe speichert, die recht lang dauern kann (kann schon mal 24 Monate dauern). Geben Sie Ihre Shii-take-Hölzer also nicht zu früh auf, wenn sich erstmal keine Pilze zeigen.

 

© Nicola Krämer, Pilzbrut und Anbauberatung seit 1999